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Bündnis gegen Armut - Rede/Appell zur Übergabe der Resolution mit Unterschriften am 05.12.2017

Auszüge aus der Rede von Klaus Harde

bei der Übergabe der Unterschriften an den Bundestagsabgeordneten Frank Schwabe im Ratssaal des Waltroper Rathauses,  gekürzt von Eugen Holtkamp. Die Resolution und die Unterschriften sollen dem Bundestagspräsidenten in Berlin übergeben werden.

Liebe Mitstreiter im Bündnis gegen Armut

Heute geht es darum, unserem gewählten Bundestagsabgeordneten, die Arbeit unseres Bündnisses vorzustellen und unsere Sorgen und Hoffnungen mit auf den Weg nach Berlin in den neugewählten Bundestag zu geben.

Demokratie ist mühsam und ein langwieriges Geschäft, gegen viele Widerstände - und manchmal hat man den Eindruck, nicht gehört und nicht ernst genommen zu werden.

Darum versuchen wir uns heute mit unserem sozialen Anliegen (und mit Unterstützung) im Bundestag Gehör zu verschaffen.

Teil 1: Entstehung und bisherige Arbeit

Die Idee zu dem Waltroper Bündnis gegen Armut kam aus der AfA.  Der Anlass war ein Pressebericht in der Waltroper Zeitung mit erschreckenden Zahlen zur Kinderarmut.  Die Meinung: Da muss gehandelt werden – schnell und parteiübergreifend. Den Pressebericht habe ich dann auch im Waltroper Seniorenbeirat vorgestellt. Der ist parteiübergreifend! Die Reaktion war die gleiche: Betroffenheit und der Wunsch zu handeln. Dabei kam natürlich sofort auch die zunehmende Altersarmut zur Sprache.  Armut und Benachteiligung in der Kindheit hat Folgen: Schlechte Bildungschancen, schlecht bezahlte/prekäre Arbeitsverhältnisse, Armut in der eigenen Familie und später eine Rente, von der man nicht leben kann.

Ein unseliger Kreislauf, der durchbrochen gehört!

Es war schnell beschlossene Sache, eine Initiative gegen Armut zu ergreifen – und zwar als generationenübergreifende Aufgabe (in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendparlament KiJuPa)!

In einer gut besuchten öffentlichen Auftaktveranstaltung wurde das „Waltroper Bündnis gegen Armut“ gegründet.

Neben einzelnen Bürgern sind auch überraschend viele soziale Verbände, Kirchen, Gewerkschaften und Parteien spontan diesem Bündnis beigetreten.

Bereits in der Auftaktveranstaltung wurde eine Resolution (als unser gemeinsames Leitziel) verabschiedet und mit einer Unterschriftensammlung verbunden.

Der Seniorenbeirat hat spontan die Federführung für alle weiteren Aktivitäten übernommen.

In der Zeit von Februar bis Mai 2017 haben wir zu zahlreichen gut besuchten Versammlungen zum Thema eingeladen.

Unser Bündnis hat dabei von Beginn an zwei Zielrichtungen verfolgt: Eine politische und eine praktische (die Unterstützung bedürftiger Mitbürger).

In einer Versammlung haben wir uns z.B. Gedanken dazu gemacht, was „die Politik“ tun muss, um Armut dauerhaft zu verhindern.

Sie kann am nachhaltigsten bekämpft werden, wenn die Gesetze, die Armut verursachen, geändert werden. Dabei handelt es sich um Steuergesetze, Arbeitsgesetze, Sozialgesetze, Wohnungsbau, Bildungsförderung usw.

Unsere politischen Aktivitäten mündeten in eine Diskussion mit den Kandidaten zur Landtagswahl, Ende April, mit ca. 100 Teilnehmern. (Den Kandidaten sind die bis dahin gesammelten Unterschriften auch schon symbolisch mitgegeben worden.)

Bei den zu ändernden Gesetzen handelt es sich allerdings vorrangig um Bundesgesetze. Darum war es von Beginn an unser Anliegen, die Resolution und die Unterschriften an den Bundestag weiterzugeben. In der „aktiven Phase“ des Bündnisses haben wir in vielen Aktionen und Gesprächen mit Waltroper Bürgern über 1.000 Unterschriften gesammelt. Besonders fleißig und kreativ war dabei das KiJuPa.

Über 1.000 pers. Unterschriften sind für Waltrop eine beachtliche Zahl!

Der Wert dieser Unterschriften besteht insbes. darin, dass Dutzende engagierter Bürger mitgewirkt haben und zahlreiche inhaltliche Gespräche geführt wurden. Die „landes- und bundespolitischen Aktivitäten“ unseres Bündnisses finden mit der Übergabe einen gewissen Abschluss.

Das heißt aber nicht, dass wir uns hier in Waltrop nicht weiter politisch engagieren.

Neben der politischen Zielrichtung hatten wir als zweite Zielrichtung von Beginn an die praktische Unterstützung der Bedürftigen im Blick. Bei einer unserer vielen Versammlungen ist z.B. ein Handlungsschema entstanden, das politische und praktische Handlungsoptionen für Waltrop aufzeigt.  Bis Ende Mai war der Seniorenbeirat federführend für das Bündnis zuständig. Danach hat er diese Arbeit an den Arbeitskreis Soziales übergeben.

Der AK Soziales berät seit Jahren über die soziale Arbeit in Waltrop. Ihm gehören alle sozialen Verbände an.

Durch unser Bündnis ist er in dieser wichtigen Funktion für Waltrop inhaltlich und personell „gestärkt“ worden.

Soviel zur Gründung und zur Arbeit des Bündnisses unter Federführung des Seniorenbeirates.

Danke an alle, die aktiv mitgewirkt haben!!!!