SW-Ansicht

Dies & Das

Seebrücke Waltrop fühlt sich hoffnungsvoll.

Uwe

Wir haben den nächsten Schritt getan und eure gespendeten Hilfsgüter ins Zentrallager nach Frankfurt gebracht. Unser Fotograf hat ein paar richtig schöne Bilder gemacht, die wir euch nicht vorenthalten möchten. Vor Ort haben wir die Waren umgepackt und sortiert, sodass sie bald den Weg an die EU-Grenze nach Serbien finden werden.

21 volle Kartons und 19 Säcke mit weiteren wichtigen Ressourcen konnten wir als Waltroper:innen beisteuern!

Unsere Arbeit ist damit erstmal erledigt und gerne leiten wir die Begeisterung an euch weiter, die wir in FFM erfahren haben. Waltrop ist längst ein Sicherer Hafen für alle und hat es wieder mal bewiesen.

Wenn die Politik versagt, sind die Menschen die den Unterschied machen gefragt. Wir sind sehr stolz und auch glücklich, dass so ein Projekt, welches aus dem Nichts entstanden ist, so erfolgreich verläuft. Hier haben so viele kleine Zahnräder ineinander gegriffen, wofür wir einfach nur dankbar sein können. Wir werden jetzt weiter machen und die neu aufgebauten Netzwerke nutzen, denn eines steht leider auch fest: die europäische Abschottungspolitik ist grausam und menschenverachtend und sie wird auch 2021 grausam und menschenverachtend sein und unser Engagement fordern!

Unterstützt uns daher bitte weiterhin so tatkräftig, damit wir eure Energien für so wichtige Aktionen weiter bündeln können!

Wir halten euch auf dem laufenden..

#LeaveNoOneBehind

Eure Seebrücke Waltrop

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Gedenken an die Waltroper jüdischen Mitbürger*innen

Eva und Eugen Holtkamp

1932  lebte in Waltrop nur eine winzige Minderheit von jüdischen Familien, nur noch 5 Haushalte mit 18 Personen. 1939 ist im Einwohnerbuch  kein Jude mehr verzeichnet. Über das Schicksal von 4 jüdischen Familien soll hier berichtet werden:

 

  • Louis und Ida Spanier, ein Ehepaar mit einem Sohn und Schwägerin Bertha Rosenthal hatten ein Textilwaren-Geschäft Ecke Hochstraße/Schützenstraße. Sie waren 1938 die letzten Juden in Waltrop.  In der  Pogrom-Nacht  /10. November 1938 wurden sie überfallen, misshandelt und in „Schutzhaft“ genommen, mit der Auflage entlassen, Waltrop zu verlassen. Das Haus musste verkauft werden. Louis zog nach Dortmund und  ist kurze Zeit später verstorben. Sein Sohn  Eduard konnte 1941 nach New York entkommen.   Bertha Rosenthal kam bei ihrer Schwester in Hannover unter. Sie wurden beide später nach Auschwitz deportiert und kamen dort ums Leben.
  • Josef Rosenthal und danach sein Sohn Wilhelm waren Besitzer des erstklassigen Textil-Kaufhauses an der Kreuzung Dortmunder Str./Am Moselbach (später Sebbel).  Die Familie mit Frau Mita und Sohn  Wilhelm  war hochangesehen und sehr sozial eingestellt. Willi war Kriegsheld des 1. Weltkriegs, aktiver Sportler,  Sponsor und 2. Vorsitzender des VfB. 1935 /1938 erfolgte die Geschäftsübergabe zum Schleuderpreis an Sebbel und die Ausreise der Familie  nach Holland, für die sie 46000 RM Reichsfluchtsteuer bezahlen mussten. Willi  starb nach 1945 an den Entbehrungen des Versteckens, ähnlich wie Anne Franks Schicksal.  
  • Kaufhaus Stern und Baum, Jakob (+1938) und Martha Baum mit 3 Söhnen Werner, Helmut, Günter -Rösterstraße2 (später Bonhoff), 1936 zwangsversteigert. Den Söhnen gelang es 1939, nach Dänemark/Schweden   Israel zu entkommen. Die Mutter verzog 1938 nach Dortmund zu ihrer Schwester und ist 1942    mit einem Sammeltransport nach Polen in ein Vernichtungslager gebracht worden.        Foto
  • Der polnischer Dentist Leo Rosenblum und seine Frau, Dortmunder Straße 54, fielen einer verleumderischen Hetzkampagne zum Opfer. 1933  ist Rosenblum  nach Dortmund verzogen und dort  1939 verhaftet und 1942 in Bernburg vergast worden. Seine Ehefrau Bertha kam 1943 im KZ Auschwitz um. Sein Haus wurde 1940 von der Gestapo beschlagnahmt und unter Wert an die Schwester des Dentisten Paul Neck verkauft.  

 Quellen: Reinhard Jäkel, Heinz Rippert, Karl-Heinz Schomberg, Eva Holtkamp und zahlreiche Zeitungsartikel und Texte sowie Heimatbücher Waltrop (Norbert Frey), Gedenkbuch für die Toten des Pogroms 1938 (Waltrop: Louis Spanier), 2019

https://youtu.be/2ppCemlvRzk               Gedenken an die Pogromnacht in Lünen

 

 Ich habe die jüdischen Gräber auf dem neuen Kommunalfriedhof besucht und der Menschen gedacht, die von geachteten Waltroper Bürgern zu Verfemten  wurden.  

 

   

 

 

 

 

 

 

 

Aktuelle Corona-Regelungen 30.10.2020 auf der Internetseite der Stadt Waltrop

CORONA-INFO-ÜBERSICHT: Aktuelle Regelungen und Maßnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus
30.10.2020

DIESE MELDUNG WIRD LAUFEND AKTUALISIERT UND WURDE URSPRÜNGLICH AM 21.10.2020 VERÖFFENTLICHT.

Die steigenden Corona-Fallzahlen erfordern zwischenzeitliche Neuerungen bei den Regelungen und Maßnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus. Ein exponentieller Anstieg der Fallzahlen in der kommenden kalten Jahreszeit soll dadurch verhindert werden. Die Stadt Waltrop wird weiterhin die aktuelle Lage beobachten und in enger Abstimmung mit dem Kreis und dem Land handeln. Alle Entscheidungen werden in Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt umgesetzt. 

Die Stadt Waltrop bittet alle Bürgerinnen und Bürger um Verständnis und umsichtiges, rücksichtsvolles Verhalten. Bitte beachten Sie die Vorschriften und Hinweise zu Abstandsregelungen, Versammlungs- und Hygienevorschriften und tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz. Sie schützen damit sich und auch andere!

Auf dieser Seite stehen laufend aktualisierte Informationen in drei Sektionen für Sie bereit: 
1. WEITERFÜHRENDE LINKS
2. AKTUELLE KURZMELDUNGEN
3. ALLGEMEINE INFORMATIONEN, HILFEN UND KONTAKTE

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Die Lage der Psychiatrie in Deutschland

Bernd Thomaßen / Eugen Holtkamp

Im Auftrag des Bundestags erstellte vor 45 Jahren eine Sachverständigenkommission einen Bericht über die Lage der Psychiatrie in der BRD, beklagte katastrophale Zustände und gab u. a. folgende Empfehlungen:

  • Förderung von Beratungsdiensten und Selbsthilfegruppen
  • Gemeindenahe Versorgung
  • Umstrukturierung der großen psychiatrischen Krankenhäuser

Ein Betroffener, Bernd Thomaßen, der in Waltrop die Selbsthilfegruppe „Faultier“ gegründet hat, die regelmäßig im Büro der Grünen tagt, legt neben den politischen Parteien und der Lokalzeitung auch der Waltroper Seniorenzeitung seine Stellungnahme zu den Ergebnissen der Psychiatriereform vor, die auch für die Senioren wichtig ist.

Bernd Thomaßen schreibt uns dazu:

Selbsthilfe – überflüssig oder nütze?

Ach ne, mag manche/r LeserIn denken, wir haben schon genug Probleme: Migrationsproblem, Umweltschutzproblem, Extremismus-Problem, nun die Corona-Krise – was sollen wir uns noch mit der Psychiatrie befassen? Und überhaupt: Werden die Betroffenen nicht ärztlich und betreuerisch versorgt? Bekommen ihre Medikamente? Nutzen z.B. Freizeitangebote der Caritas und Diakonie?

Tatsächlich sind die Hilfsangebote außerhalb der Kliniken expandiert. Dennoch halten wir Selbsthilfe-Gruppenarbeit für sinnvoll:

  1. Die Erfahrung nicht allein zu sein mit dem Krankheitsproblem
  2. Wahrnehmen, wie andere in der Gruppe mit ihrer Situation umgehen
  3. Gleichberechtigte Teilnahme, ohne Gruppenleitung
  4. Die Krankengeschichte als Teil einer Lebensgeschichte betrachten.

Davon ausgehend können Perspektiven und ein gangbarer Weg durch den Alltag 2020 entwickelt werden.

Selbsthilfe wirkt nicht im gesellschaftlichen Vakuum, sondern im gesellschaftlichen Zusammenhang, daher im Folgenden eine skizzenmäßige Betrachtung:

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