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1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland und im Vest Recklinghausen– Ausstellung und Veranstaltung in Waltrop am 13.9.2021

Eugen Holtkamp

Im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit und des Festjahres zu „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten  eröffnete die ehemalige stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann, gemeinsam mit Bürgermeister Marcel Mittelbach und Gerda Koch (Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit), im Rathaus in Waltrop die Ausstellung „Jüdisches Leben im Vest Recklinghausen“, die bis zum 22. Oktober zu sehen ist.

 

 

                         

 

 

Auf 23 Bild- und Texttafeln konnten sich die Städte kreisweit mit besonderen Beiträgen beteiligen, die geschichtliche Lebenssituationen, aber auch gegenwärtiges jüdisches Leben thematisieren.

 

 

                              

 

 

                        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Waltrop war mit 3 Schaubildern dabei, die sich besonders mit den letzten jüdischen Familien Spanier, Baum, Rosenthal und Rosenblum in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts befassen. 1932 lebte in Waltrop nur eine winzige Minderheit von jüdischen Familien, nur noch 5 Haushalte mit 18 Personen. Das Einwohnerbuch von 1939 zeigt schonungslos, dass Waltrop „judenfrei“ ist. Auch heute wohnt meines Wissens, im Gegensatz zu anderen Städten (Recklinghausen), kein einziger Mensch jüdischen Glaubens mehr  in Waltrop.

 

 

                

Abends stand der Vortragsabend im Kulturforum Kapelle mit Sylvia Löhrmann,  Gerda Koch und Reinhard Jäkel unter dem Thema „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“. Bürgermeister Marcel Mittelbach, Clemens Schmale (VHS) und Dr. Heinz-Josef Mußhoff vom Kulturforum begrüßten die zahlreich Erschienenen, unter ihnen die Mitglieder des Arbeitskreises „Gedenken an jüdische Mitbürger*innen in Waltrop“. Mark Rovner begleitete mit mehreren Musikstücken auf der Klarinette die Veranstaltung. Filmbeiträge über Gedenkstätten (alter jüdischer Friedhof und auf dem städtischen Friedhof : Stele für in Gefangenschaft umgekommene sowjetische  Bürger  und Gedenkplatte zum Frauenlager Holthausen sowie von Schülern hergestelltes Video über die Familie Baum an der Rösterstraße.  Hier u. a. sollen auch im Jahr 2022 „Stolpersteine“ installiert werden, um an die jüdischen Familien zu erinnern, die dort früher gewohnt haben.